1906
Das gewerbliche Fortbildungsschulwesen nahm erst mit Beginn unseres Jahrhunderts seinen Anfang, d.h. Lehrlinge sollen parallel zur Meisterlehre auch eine theoretische Ausbildung erhalten.
In Amstetten wurde nachweislich 1906 die theoretische Ausbildung eingeführt.
Die Unterrichtsstunden waren an Wochentagen abends und an Sonntagen vormittags im Gebäude der Bürgerschule, die auch die Lehrkräfte zur Verfügung stellte.
Die Unterrichtsgegenstände beschränkten sich auf Sprache, Rechnen und Zeichnen.
Die durchschnittliche Jahresschülerzahl bis zum 1. Weltkrieg betrug ca. 80, aufgeteilt in eine Vorbereitungs-, 1. und eine 2. Klasse.
1915
Vom April 1915 bist 1921 war der Unterricht eingestellt (1. Weltkrieg).
1921
Im Schuljahr 1921/22 wurden die Unterrichtsstunden mit den Gegenständen Geschäftsaufsätze und Buchführung erweitert.
Es gibt auch schon einen Fachschulinspektor des gewerblichen Fortbildungsschulrates für Niederösterreich, der einheitliche Richtlinien für den Unterricht einführt.
Waren bis jetzt gemischte Klassen (verschieden Gewerbe) beginnt man mit Ende der 20er Jahre mit der Verfachlichung (verwandte Gewerbe in einer Klasse).
Der Schulsprengel wird auf den gesamten Gerichtsbezirk erweitert; die Anzahl der Lehrlinge steigt auf ca. 200.
1936
Der Gemeinderat der Stadt Amstetten beschließt eine eigene gewerbliche Fortbildungsschule in der Mozartstraße in Amstetten zu erbauen.
Im Oktober 1937 war die feierliche Eröffnung.
Der Schulsprengel erstreckt sich nun auf den gesamten politischen Bezirk Amstetten und einige Orte östlich von Amstetten bis Ybbs/Donau.
Die Schüler kommen 1 Tag pro Woche zu einem 10stündigen Unterricht.
Die anfänglich 24 Fachklassen werden zum Teil schon von hauptamtlichen Fachlehrern (Metall-, Holz-, Bekleidungs- und Handelsgewerbe) bzw. von nebenamtlichen Hauptschullehrern und nebenberuflichen Meistern unterrichtet.
1938
In Unkenntnis der Aufgabe der gewerblichen Fortbildungsschule wurden 1938 alle Klassenräume für öffentliche Dienst- und Parteistellen beschlagnahmt.
Erst nach Protest und Aufklärung über den Zweck der Schule, wurde ein Großteil der Räume freigegeben und die Mansarde ausgebaut, so dass der Unterricht im Schuljahr 1938/39 zwar verspätet aber doch im vollen Umfang aufgenommen werden konnte.
Die Klassenzahl stieg bis zum Bombentreffer 1945 fallweise wöchentlich über 40 Klassen.
1945
In den Schuljahren 1945/46 und 1946/4, gab es nur einen Notunterricht in 3 Klassenräumen und in der Metall bzw. Holzwerkstätte; fallweise auch auswärts in einer Baracke in der Krankenhausstraße und in den Räumen der Schießstätte.
Die Schüler kamen nur 14-tägig zum Unterricht; 18 Klassen wurden geführt.
Nach der Fertigstellung des beschädigten Gebäudes wurde wieder der normale Unterricht aufgenommen.
In den folgenden Jahren bis 1953 stieg die wöchentliche Klassenzahl auf 39 bei ca. 1000 Lehrlingen.
Im selben Jahr zeigte die Berufsschule ihren Aufgabenbereich mit einem Tag der offenen Tür, in Verbindung mit einer großen Ausstellung, der Öffentlichkeit.
Auch an der großen Ausstellung 40 Jahre Landesschulrat für Niederösterreich hat sich die Gebietsberufsschule beteiligt.
1955
Mitte der 50er Jahre entstehen Landesberufsschulen zur Verfachlichung der einzelnen Gewerbe.
Nach und nach werden von der Gebietsberufsschule Amstetten Gewerbegruppen abgezogen und in Landesberufsschulen eingeschult.
1965
1965 wurde die Landesberufsschule für Schlosser in Amstetten stationiert. Zu- und Umbauten von Klassenzimmern und Werkstätten werden durchgeführt; speziell die Metallwerkstätte wurde vergrößert, der Maschinenpark erneuert und ergänzt, zum Teil mit Maschinen der aufgelassenen Gebietsberufsschulen.
Die Kammer der gewerblichen Wirtschaft baute ein Internat zur Unterbringung der Lehrlinge, die zu 8-wöchigen Lehrgängen einberufen wurden. Die Schlosserlehrlinge kommen jetzt aus ganz Niederösterreich.
Im Schuljahr 1965/66 wurden in der Landesberufsschule, fünf 8-wöchige Lehrgänge mit 33 Klassen, geführt.
Der ganzjährige Unterricht der noch verbliebenen Gewerbe der Gebietsberufsschule wurde mit 15 Klassen fortgesetzt.
Seit eh und je ist die Zusammenarbeit der Berufsschule mit der Kammer der gewerblichen Wirtschaft eine Selbstverständlichkeit geworden.
Weiterbildende Seminare für Handwerker, Umschulung und Meistervorbereitungskurse sowohl theoretisch als auch praktisch, wurden von Berufsschullehrern an der Landesberufsschule und am Wirtschaftsförderungsinstitut geleitet.
Meister und Facharbeiterprüfungen werden an der Schule durchgeführt.
Die Lehrkräfte der Landesberufsschule haben auch fallweise bei Lehrermangel im Amstettner Gymnasium und der Handelsakademie ausgeholfen. Ihrerseits nehmen sie selbst an Seminaren und Vorträgen teil um mit dem Fortschritt von Technik und Wirtschaft mithalten zu können.
1969
1969 wurden die letzten Gewerbe aus der Gebietsberufsschule abgezogen. In der Landesberufsschule wurden laufend metallverarbeitende Gewerbegruppen landes- und bundesweit eingeschult.
1970
Im Zuge dieser Erweiterung der Fachgebiete waren große zu und Umbauten in den 70er Jahren erforderlich.
Neben Klassen-, Lehrer- und Verwaltungsräumen entstanden Spezialwerkstätten und Labors.
Laufend werden Werkzeuge, Maschinen- und Laboreinrichtungen auf den neuesten Stand gebracht, um die Facharbeiter von morgen mit den neuesten technischen Errungenschaften vertraut zu machen.
Rückblickend sei noch erwähnt, dass sich Lehrlinge aller Gruppen an Berufswettkämpfen, lebenden Werkstätten, sportlichen und humanitären Veranstaltungen beteiligten.
1996
Auch zu der großen Ausstellung "Kreatives Handwerk" und "Tag des Lehrlings" (8.-31.5. 1996) hatte die Landesberufsschule Amstetten großen Anteil.
1997
60 Jahre Landesberufsschule für Metalltechnik und Elektromechanik
Das Fest fand am 19. November 1997 statt.
Eröffnung und Begrüßung durch Dir. Reg.Rat Ing. Peter Prüller (Bild mitte)
Grußworte durch Bgm. Herbert Katzengruber (Bild rechts)
Festansprache durch Hern Amtsf. Präsident des LSR für NÖ HR Adolf Stricker (Bild links)
1998
TAG DER OFFENEN TÜR" am 26. März 1998
Von 26. bis 28. Mai 1998 fanden die Bundessommerspiele für BerufsschülerInnen in Amstetten statt. Aus allen Bundesländern Österreichs nahm jeweils eine Mannschaft teil.
Als Gäste waren unter anderem Christian Hoffmann und Dr. Alois Stadlober bei uns:
2003
Viel zu oft sind Jugendliche und speziell Lehrlinge Opfer und Verursacher von schweren Verkehrsunfällen. Minister Strasser ist es ein Anliegen, diese negative Statistik zu verbessern.
Aus diesem Grund stattete er im Mai 2003 der LBS Amstetten einen Besuch ab und konnte sich davon überzeugen, dass hier regelmäßig von der AUVA in Zusammenarbeit mit der Exekutive den Schülern die Tragweite von Unfällen und deren strafrechtliche und zivilrechtliche Folgen einerseits und ihre Verantwortung als junge Lenker von KFZ's andererseits bewusst wird.
2009
FOTO-Medienaussendung! Landesinnung Metalltechnik NÖ/24.November 2009 - Nr.2360 NÖ/ChroniklSchulbau-Spatenstich/amstetten/MetalltechniklHeuras/Zwazl/Schinnerl
Spatenstich zum Neubau Metalltechnik-Berufsschule Amstetten 30 Mio. Euro, fertig 2011, dazu WKO-Bezirksstelle um 4 Mio.Niederösterreich, 24.11. (pd metalltechnik noe) - In Anwesenheit zahlreicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft und Schulwesen sowie aller Schüler erfolgte Montagnachmittag der Spatenstich zum Neubau von Schule und Schülerheim der Landesberufsschule Amstetten sowie der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle. Der bis zu dreigeschossige Neubau, an dessen Architektenwettbewerb sich europaweit 37 Architekten beteiligt haben, kostet 29,4 Millionen Euro, die Eröffuung ist für Herbst 2011 geplant. Das Schülerheim wird 208 Lehrlingen Platz bieten,die Gesamtschülerzahl der Schule, in der Elektro- und Metalltechnik unterrichtet wird, stieg seit 1997 von 850 auf 1800. In den an der Bundesstraße 1 befindlichen Komplex eingebunden ist der Neubau der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Amstetten (Baukosten: vier Mio. Euro).Landesrat Mag. Johann Heuras bezeichnete in seiner Festrede die Kinder als den "kostbarsten und wertvollsten Rohstoff', den es gelte, "bestmöglich zu veredeln". In der Berufsschule erfolge dieser "Veredelungsprozess", ein "Neubau wie dieser trägt Zinsen". Daher gebe das Land Niederösterreich "bewusst ein Drittel der 90 Schulbau-Millionen für die LBS Amstetten" aus. Heuras unterstrich den Synergieeffekt zwischen Wirtschaft und Schule, der "stärker genützt werden sollte". Als notwendig erachtete Heuras eine bessere Eruierung der individuellen Begabungen der Schüler, um den richtigen Beruf zu finden.
Zwazl: "Keine Bodenschätze, aber ungeheures Kapital guter Fachkräfte"
Niederösterreich verfüge zwar "über keine Bodenschätze, aber über ein ungeheures Kapital an gut ausgebildeten Fachkräften", sagte WKNÖ-Präsidentin KommR Sonja Zwazl. Derart gut ausgebildete und motivierte Lehrlinge brauche die Wirtschaft. Zwazllobte das duale Ausbildungssystem, um das Österreich in der ganzen Welt beneidet werde: "Unschlagbar, es gibt nichts Besseres!"
Vom "größten Schulbau der vergangenen 30-40 Jahre" sprach der Obmann des gewerblichen Berufsschulrates, KommR Ing. JosefBreiter. Und dass der Landtag am 1. Oktober weitere 60 Mio. Euro fiir die Landesberufsschulen in Langenlois, Waldegg und Mistelbach beschlossen hat, liege daran, dass "rur Landeshauptmann Pröll die Jugend und die Ausbildung ein wichtiges Thema sind."
LBS-Direktor Schagerl: "Heute ist ein toller Tag für uns!"
"Heute ist ein toller Tag rur uns!" sagte LBS-Direktor Ing. Josef Schagerl, und alle "freuen sich schon jetzt daraus, dass wir in drei Jahren alles in tollstem zustand übernehmen können!" Was höchst nötig sei, denn aufgrund der mehr als verdoppelten Schülerzahl "müssen wir derzeit jedes Besenkammerl nützen, um alle Schüler unterzubringen". Der Schulbau sei trotz der insgesamt rückläufigen Schülerzahl nötig, denn "wir bilden fiir attraktive Berufe aus, bei denen starke Nachfrage herrscht." Als besonders vorteilhaft bezeichnete Schagerl die künftige Nähe von Schule und Internat.
WK-Bezirksstellenobmann Helmut Schiefer begründete den Neubau der WKBezirksstelle mit dem Hinweis auf die im alten Gebäude nötigen hohen Investitionen (behindertengerechter Umbau, etc.): "Da ist ein Neubau günstiger." Amstetten habe den Schwerpunkt Metall, weil "in der Metalltechnik jeder fiinfte Lehrling aus dem Raum Amstetten kommt und jeder dritte aus dem Mostviertel."
Schinnerl: Metalltechnik ist ein hochmoderner Beruf mit Zukunft
Metalltechnik-Landes- und Bundesinnungsmeister Harald Schinnerl freute sich, dass es "nach jahrelangen Bemühungen endlich gelungen ist, dass die Metalltechniker eine große, sehr modeme, neue Schule" bekommen. Mit gutem Grund, denn "die Metalltechnik ist ein hochmoderner Beruf mit Zukunft."
Architekt Thomas Edinger erläuterte anhand von Computer-Animationen den Bau, bei dem unter Bezugnahme auf die Unterrichtsinhalte "der Werkstoff Metall verstärkt zum Einsatz kommt. (schluss)
FOTOS bitte bei Bedarf anfordern bei: michael.kress@die-profis.at; grafik@die-profis.at













